"Ilumnia ~ Vermisst"//(40) Kapitel 5: Teil 5

in #deutsch6 years ago (edited)

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Das helle Licht riss Marcus abrupt aus dem Schlaf. Sofort saß er aufrecht in seinem Schlaflager und versuchte sich zu orientieren.
Wo war er? Was war eben geschehen?

So sehr er sich auch bemühte, er konnte nichts sehen. Nichts außer dem grellen Punkt, der sich in seine Netzhaut gebrannt hatte und sein gesamtes Blickfeld ausfüllte.
Panisch rieb er sich die Augen, in der Hoffnung, das grelle Leuchten irgendwie vertreiben zu können, doch gleichzeitig wurde ihm bewusst, dass er sich die Mühe sparen konnte.

Bei dem Blitz eben musste es sich um einen Blendkristall handeln, denn er kannte nichts, was auch nur einen annähernd ähnlichen Effekt hätte erzielen können.
Die Vereinigung hatte ihn also gefunden.

Wohl wissend, dass seine Sehkraft erst nach einiger Zeit zurückkehren würde, konzentrierte er sich auf seine Aura und versuchte, seine anderen Sinne zu schärfen.
Er würde nicht widerstandslos aufgeben. Er hörte wie eine scheinbar große Anzahl an Menschen durch die Basis
rannte und sich ihm offenbar nährte, da die Schritte immer lauter wurden.

Er gab probeweise etwas Energie in den Raum und versuchte anhand ihrer Reflexion die ungefähren Positionen der Angreifer auszumachen.
Im Grunde funktionierte das ganz einfach. Traf die ausgesandte Energie auf ein fremdes Kraftfeld, wurde sie von diesem abgestoßen und reflektiert.

Wann immer also etwas seiner Energie zu ihm zurückgeworfen wurde, wusste er, dass sich in dieser Richtung eine andere Person befinden musste.
Je nach Dauer und Menge der Reflexion, konnte er deren ungefähre Entfernung ausmachen.
Er beherrschte diese Prozedur beinahe im Schlaf und es gelang ihm innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde festzustellen, dass er von fünf Menschen, etwa zwei bis drei Meter von ihm entfernt, umstellt war.
Zweifellos Kämpfer der Vereinigung.

Entweder ein Team der Defense oder sogar der Elite. Möglicherweise auch von jeder Gruppe eins.
In seinem momentanen Zustand zu kämpfen wäre aussichtslos. Angreifen ohne seine Ziele sehen zu können war schwer und er war sich sicher, dass die Angreifer auf einen Kampf vorbereitet waren.
Er hingegen nicht.

Zumal er das Risiko für die vier Polarforscher nicht abschätzen konnte.
Vor einigen Stunden gab es einen Schichtwechsel und McAlbert und Collmann waren zu Bett gegangen.
Ihre Kollegen Connery und Grayham hatten den Dienst übernommen, kurz mit ihm geredet und waren dann auf eine Expedition aufgebrochen. Sie wollten irgendwelche Messergebnisse eines ihrer Geräte vor Ort überprüfen.
Er hoffte inständig, dass sie noch immer außerhalb der Basis waren.

Auch hoffte er, dass die Kämpfer die Schlafräume noch nicht gefunden hatten.
Langsam stand er auf, er würde sich gewiss nicht einfach so gefangen nehmen lassen.
Einen Kampf konnte er zwar vom momentanen Kräfteverhältnis her nicht gewinnen, jedoch konnte er etwas anderes versuchen.

Er schloss die Augen, lediglich ein Akt aus Gewohnheit, da er ohnehin nichts sehen konnte, sammelte Energie und murmelte leise "Duplimatio".
Im nächsten Moment gab er eine große Menge Kraft an den Raum ab und konzentrierte sich darauf, fünft, ihm exakt gleichende, Doppelgänger zu erschaffen.
Alle fünf würden denken und handeln wie er und ihm etwas Zeit verschaffen, sich einen Ausweg einfallen zu lassen.

Doch er musste sich beeilen, da er den Zauber nicht übermäßig lange aufrechterhalten konnte.
Seine grundlegende Energie reichte zwar um die Doppelgänger zu erschaffen, erlaubte es ihm jedoch lediglich, sie für einige Minuten zu erhalten, bevor sie sich wieder auflösten.

...


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