Japan ist nicht immer nur laut und wuselig, manchmal kann es auch richtig ruhig uns besinnlich sein. Abseits der Menschenmassen, denen man insbesondere in den großen Metropolen, aber auch bei den vielen bekannten Touristenzielen begegnet, kann Japan manchmal richtig zum Nachdenken und Träumen einladen. Um an solche Orte zu kommen, ist es meist auch gar nicht so weit, als man oft denken mag. Manchmal reicht es schon aus, sich umzudrehen und um die nächste Ecke zu gehen. Schon kann man auf einmal ganz weit weg sein von dem Gewusel, das gerade nur um einen herum geherrscht hatte.
Ich erlebe das immer wieder, sobald ich den Weg verlasse, auf dem die Karawane zieht und mich abseits dieses Weges aufhalte, bin ich ab und zu ganz alleine und es scheint, als hätte ich diesen wundervollen Ort nur für mich. Die meisten Besucher zieht es wohl vor allem dahin, wo schon viele sind und wo schon viele andere vor ihnen waren. Ganz nach dem Motto: "Dort, wo andere etwas zu sehen finden, sollte es doch auch für mich etwas geben!"
Nun ja, so ganz falsch liegt man mit diesem Motto wohl auch gar nicht. Dort, wo die anderen alle ihre Kameras zücken und aufgeregt Fotos machen, lohnt es sich meist schon, es ihnen gleich zu tun. Die Reiseführer und Prospekte liegen in der Regel richtig, aber da die von vielen gelesen und studiert werden, ist es an den beschriebenen Orten dann eben oft richtig voll. Und das liegt nicht jedem, vor allem nicht immer und zu jeder Gelegenheit.
Ich selber schaue ja auch meist nach, warum hier und dort so viele Menschen die Hälse recken, denn verpassen möchte auch ich nichts. Aber zusätzlich schlage ich mich dann auch rechts und links des ausgetretenen Pfades und bewege mich auf Territorium, welches von vielen Besuchern ausgelassen und ignoriert wird. Wenn möglich, lasse ich mir Zeit und schaue noch einmal um die nächste Ecke, ob es dort nicht auch etwas zu sehen gibt. Klar schaffe ich das nicht immer, denn auch ich bin manchmal ein wenig gehetzt und gedrängt. Aber der Erfolg dieser Versuche ist ein deutliches Zeichen, es immer wieder zu versuchen.
Als gutes Beispiel dient mir dafür heute ein Besuch beim Zenko-ji Tempel in Nagano-city. Dieser Tempel ist eines der ältesten buddhistischen Zentren in Japan und ich hatte sogar schon das große Glück, diesen Ort zweimal besuchen zu können. Meinen letzten Besuch habe ich noch recht gut im Gedächtnis und ich erinnere mich genau daran, dass es hier an jenem Tag ziemlich voll gewesen ist.
Zumindest auf dem Hauptweg zum Tempel und vor dem Hauptgebäude waren viele Besucher und Touristen unterwegs, zu denen ich ja auch gehörte. Aber ich hatte mir dann eben nicht die Gelegenheit nehmen lassen, aus genau diesem Strom herauszutreten und auch ein wenig abseits zu laufen. Als ich dann hinter dem Hauptgebäude entlang lief, war ich auf einmal ganz alleine. Und da das Tempelgelände ziemlich groß und weitläufig war, viel es mir dann auch gar nicht schwer, bei meinen weiteren Erkundungen die anderen Besucher zu meiden und sie vor allem aus meinen Fotos rauszuhalten.
Klar habe ich auch Bilder, auf denen es ganz schöne viele Menschen zu sehen gibt, aber diese sind dann eben für andere Beiträge vorbehalten. Ich suche und finde mir lieber Szenen, in denen ich den Ort so sehen und zeigen kann, wie er mir vielleicht auch am besten gefallen würde. Und das ist eben meist ohne große Menschenmassen, sondern von einer eher ruhigeren Seite, die meist viel intensiver und auch stimulierender sein kann.
Zumindest bilde ich mir ein, dass mir das recht gut gelingt und ich erfreue mich deshalb immer wieder gerne an meinen vielen Fotos, von denen es ja auch schon eine ganze Menge hier in diesen Blog geschafft haben. Und ob nun mit oder ohne andere Menschen um einen herum, Japan ist immer sehenswert und ich hoffe, dass ich bei dem einen oder anderen mit meinen Beiträgen ein wenig das Interesse an diesem fantastischen Land hier im Fernen Osten wecken konnte. Wenn ihr also mehr Eindrücke und Bilder aus dem Land der aufgehenden Sonne sehen wollt, schaut bald wieder vorbei, damit ihr auch ja nichts verpasst...
So wunderschön! Ich hoffe ich schaffe es auch mal noch nach Japan, ich denke das wäre bestimmt eine Reise wert.
Definitiv. Ich kann es nur empfehlen, und zur Zeit ist es auch gar nicht so teuer, wenn man Euro mitbringt!